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deutsches institut für Gewaltprävention

Gewaltprävention ist auf dem Wege, ein bedeutendes Thema der Bildungspolitik zu werden. Die besonders unter Jugendlichen zunehmende Gewaltbereitschaft wird die bildungspolitische Diskussion auf Jahre hin bestimmen und wirft die Frage nach einer systematischen Integration von Maßnahmen zur Gewaltprävention an unseren Schulen auf der Basis von gesicherten Erkenntnissen über die psychosoziale Wirkungsweise bestimmter Unterrichtsmodule auf. Vor der dringend notwendigen, flächendeckenden Umsetzung dieser Programme in die Schulpraxis steht also die Erarbeitung verbindlicher Curricula für Gewaltprävention an Schulen, die eine eingehende wissenschaftliche Prüfung und Evaluation erfordern.
Um den für dieses gesellschaftlich drängende Thema unbedingt erforderlichen Wissenstransfer zu gewährleisten, ist Interdisziplinarität erstes Gebot und damit die enge Zusammenarbeit der für dieses Thema besonders exponierten Universitätsfächer Psychologie, Soziologie, Erziehungswissenschaft, Gender-Studies, Sportwissenschaft und Kriminologie, aber auch weiterer Disziplinen, die im Forschungsprozess einen wichtigen Beitrag zur Thematik leisten können. Da die Projekte zur Gewaltprävention an den Schulen – wo sonst will man Kinder, Jugendliche und Heranwachsende in der Breite erreichen – durchgeführt werden müssen, sind die Pädagogischen Hochschulen und andere Einrichtungen der Lehreraus- und -fortbildung verstärkt einzubeziehen. Diese Interdisziplinarität im Forschungszusammenhang wird sich dann auch in neuen Unterrichtsformen an den Schulen widerspiegeln – eine enge Verknüpfung von Anliegen des Ethik- und Sozialkundeunterrichts mit dem Schulsport scheint im Zusammenhang mit Gewaltprävention unbedingt indiziert, um intellektuelle Einsicht auch körperlich erfahrbar zu machen.
 

Neben der Vernetzung der universitären Forschung durch das IIfG soll das difG Maßnahmen zur Gewaltprävention an ausgewählten Projektschulen und Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern evaluieren, um schließlich auf politischer Ebene mit einer wissenschaftlich verlässlichen Basis bundesweit die längst überfällige, verbindliche Integration dieser wichtigen praxisbezogenen Unterrichtsmodule in den Bildungskanon unserer Schulen zu erreichen – und die Zeit scheint günstig, da die damit zusammenhängenden Fragestellungen aktuell im Fokus der Medien stehen und von höchster politischer Brisanz sind.
 

Nachdem der interdisziplinäre Forschungszusammenhang geschaffen wurde, soll als nächster Schritt die bundesweite Vernetzung und Qualitätssicherung in Gestalt des Deutschen Instituts für Gewaltprävention erfolgen, um so den vielfältigen Projekten und Aktivitäten, die über die Republik verstreut sind, einen verlässlichen Bezugsrahmen von Kriterien und Mindestanforderungen für Präventionsprogramme zu geben. In diesem Zusammenhang ist das gerade in der Entwicklung befindliche Qualitätssiegel für Gewaltprävention zu nennen, das Projekten zuerkannt wird, die ihre Programme nach wissenschaftlich evaluierten Standards durchführen.

Das Deutsche Institut für Gewaltprävention ist die Spitzenorganisation des Interdisziplinären Instituts für Gewaltprävention, das die Forschung und Lehre zum Thema Gewalt und Gewaltprävention insbesondere in Kooperation mit Einrichtungen der Universität Freiburg koordiniert und dort Modellprojekte zur Gewaltprävention entwickelt und evaluiert.

Nähere Informationen finden Sie bis auf weiteres unter www.iifg.de